Xubuntu auf Lenovo x230: Farbprofil nutzen

Schon klar, dass ich irgendwann an die Bildschirmdarstellung heran muss. Mein gebrauchtes Lenovo x230 ist mit einem 12,5″ LED Display WXGA ausgestattet. Damaliges ›High-End‹ nutzte den per Kauf­option upgra­da­blen Premium IPS-Panel (sehr zu empfehlen, gebraucht kaum zu erhalten).

Ist-Zustand feststellen

›Ist‹ bedeutet erstmal das subjektive Gefühl eines ordent­lichen Büro­screens, der einen erkenn­baren Blaustich aufweist. Weisse Flächen wirken bläulich, grau tendieren zu Tauben­blau. Diese typischen Farbstiche eines Business-Laptops nerven einen Admin erstmal nicht. Er freut sich über ein trans­por­tables Notebook mit Intel HD Graphics 4000 inside. Das langt für die Dar­stellung von Quellcode, Terminal­arbeit in schumm­rigen Serverraum, bei Recherche. Anderer­seits kann man aus jedem Panel etwas mehr heraus­holen, indem man diesem kalibriert und das gewonnene Profil für neutrale (Farb-)Dar­stellung nutzt. Vorab: dafür braucht es Extra-Equipment, was ich mir aber nicht extra kaufen möchte. Wird Kalibration für einen großen Satz von PCs vor­genommen, relativierte sich der Preis. Es soll nun ein ›fertiges Profil‹ verwendet werden.

Hersteller das Panels auslesen

Terminal auf und xrandr --verbose
Es kommt sehr viel zurück, interessant sind die Zeilen mit EDID-Code:

Den Code per Copy & Paste in einen Editor einfügen und speichern (Tab-Sprünge links rauslöschen, Zeilen­aufbau beibehalten), z.B. als edid.txt.
Dann mittels edid-decode ~/Dokumente/edid.txt auf vernünftige Erkennung des Pannels hoffen.

Und schon haben wir den Hersteller identifiziert und können nach einem ICC-Profil suchen. Dieses entsteht, wenn man einen Bildschirm kalibriert. Mit Glück findet sich eine Datei, die für diesen Standard-Screen ausgemessen wurde und ›passt‹, aber nicht immer.

ICC-Profil einlesen

In meinem Fall fand sich kein entsprechendes ICC-Profil. Das ist nicht weiter tragisch, da jedes Bildschirm-Profil in einem Zustand bestimmt wurde, der in Wirk­lichkeit variable Parameter enthält (Umgebungs­licht des Standorts, Fabrikations-Charge und Alter eines Screens), also professionell gesehen unbrauchbar für verbindliches Color-Management.
So bleibt nur eine Suche in allgemeiner Quellen von Profilen eines Laptoptyps (das ist leider ziemlich ungenau, wenn vom Hersteller verschiedene Zulieferer verwendet wurden). Dort oder hier lädt man sich ein Profil herunter. In meinem Falle war es eines des Monitor­her­stellers ›LG‹, nicht für meinen Samsung-Screen, nicht gerade hoffnungs­voll.
Im Terminal tippt man z.B.:
xcalib /pfad zum/Profil.icc
oder z.B.
xcalib /usr/share/color/icc/compatibleWithAdobeRGB1998.icc
Das Profil wird augenblicklich aktiviert und man kann den Unterschied wahrnehmen. Möglicherweise kommt es dadurch zu einer deutlichen Verbesserung der Farb­dar­stellung, ich habe hier das passende gefunden. Enjoy.

Passt ja nix

Im Terminal fordert man:
xcalib -clear

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